Geschichte

1535 … wird in Brescia/Italien die Gesellschaft der Hl. Ursula (OSU) von Angela Merici gegründet und ein Jahr später als Compagnia di S. Orsola approbiert.

1695 … beruft Erzbischof Johann Ernest Graf Thun „zur Vermehrung der Ehr Gottes und besserer Auferziehung der Jugend weiblichen Geschlechts“ den Ursulinenorden aus Klagenfurt nach Salzburg. Die Ursulinen werden auf dem „Pirglstein“, Schloss Bürglstein auf dem Gelände des heutigen Schloß Arenberg angesiedelt, um in Salzburg einen geregelten Schulunterricht für Mädchen zu ermöglichen. Drei Klosterfrauen – zwei Lehrerinnen und eine Laienschwester – treffen am 14. Mai 1695 ein, am 8. August öffnet die Schule für Zöglinge (Interne) und Schülerinnen aus der Stadt (Externe), „um die liebe zarte Jugendt in dem Gesetz Gottes zu unterweisen und […] in Fromb- undt Ehrbarkeit zur Ehr Gottes aufzuerziehen“. Unterricht wird in Lesen, Schreiben, Rechnen, Französisch, Hand- und Hausarbeiten gegeben. Die Schule umfasst 150 Mädchen aus der Stadt und zehn Zöglinge im Alter von fünf bis fünfzehn Jahren.

1698 … übersiedeln die Ursulinen auf die „Gstätten“, da der „Pirglstein“ zu weit von der Stadt entfernt liegt und die Schülerinnenzahlen im Winter nachlassen. Das Waisenhaus in der Gstätten wird zu Kloster und Schule umgebaut, die nach dem Bergsturz von 1669 zerstörte Markuskirche neu aufgebaut.

1783-1785 … wird der Unterricht im Sinn der Aufklärung reformiert („neue Lehrart“):

Wahres und thätiges Christenthum ist das erste und nothwendigste, was man der Jugend beyzubringen hat. Es muß aber der Unterricht hierin vernünftig, rein von abergläubischen Vorurtheilen, und betschwesterlicher Andächteley, einleuchtend, praktisch, und auf alle Stände und Fälle des Lebens anwendbar seyn. (Empfehlungen des Erzbischofs Colloredo an die Ursulinenschule, 1785)

1784 … wird die erste öffentliche Prüfung mit Erfolg abgehalten.

1799 … nehmen sich die Ursulinen, die kein Schulgeld verlangen, besonders der armen Stadtkinder an.

1811 … werden die Ursulinen von der bayrischen Regierung aufgefordert, Schulgeld einzuheben und an den Bürgermeister abzuliefern. Dies lehnen sie ab, da Unterricht immer unentgeltlich erteilt worden sei.

1819 … wird die österreichische Schulordnung eingeführt.

1823 … wird an der Ursulinenschule neben der Hauptschule eine „Mädchenschule für gebildetere Stände“ eröffnet.

1849 … eröffnen die Ursulinen eine „Höhere Töchterschule“.

1851 ... kommt auch eine Lehrerinnenbildungsanstalt dazu

1871 … erhalten die Ursulinen das nach dem Reichsvolksschulgesetz von 1869 notwendig gewordene Öffentlichkeitsrecht als Privatschule.

1895 … heißt es in der Festschrift zum 200-jährigen Jubiläum:

Der große Theil der weiblichen Jugend der Stadt verdankte nahezu durch ein volles Jahrhundert seine Erziehung und den Unterricht der Schule und dem Kloster der Ursulinen; der Umstand fällt noch besonders in das Gewicht, daß die Volksschule der Ursulinen nahezu ein Jahrhundert die einzige Mädchenhauptschule Salzburg’s war. Jeder vorurtheilsfreie Beobachter wird zugeben müssen, daß aus diesem Wirken sehr großer Nutzen in geistiger und auch in zeitlicher Beziehung zunächst für die Stadt, dann auch für das Land Salzburg erwachsen ist. (Christian Greinz, Zur Feier des 200jährigen Bestehens, Salzburg 1895)

1910 … eröffnen die Ursulinen ein Mädchenrealgymnasium, um Mädchen den Zugang zur Universität zu ermöglichen.

1918 … wird die erste Matura am Mädchenrealgymnasium durchgeführt (unter 21 Schülerinnen elf Auszeichnungen).

1928 … wird von den Ursulinen ein Kindergarten in Glasenbach gegründet.

1936 ... kommt ein Kindergarten für die armen Kinder der Scherzhauserfeldsiedlung hinzu.

1938 … wird nach dem Anschluss der gesamte Schulkomplex in der Gstättengasse enteignet und von den NS-Behörden übernommen, der Unterricht unter staatliche Aufsicht gestellt, das Öffentlichkeitsrecht aufgehoben und schließlich die Schule geschlossen, sie geht im Griesgymnasium auf (später BRG Salzburg). Die Schwestern dürfen keinen Unterricht mehr erteilen.

1957 … wird das neue Schulgebäude nach Entwürfen von Guido Gnilsen und Erich Eisenhofer neben dem neuerrichteten Klostergebäude in der Aigner Straße/Glasenbach eröffnet. Am Standort bestehen eine neueröffnete Volksschule, das Mädchenrealgymnasium, die Lehrerinnenbildungsanstalt und eine Landwirtschaftliche Haushaltungsschule (bis 1966/67).

1973 … wird das Schulgebäude um einen Zubau, die Turnhalle und eine Garderobe erweitert.

2014/15 … wird die Schule koedukativ geführt, die ersten Buben werden aufgenommen.

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